Internet auf dem platten Land?

dslwarum Deutschland ziemlich weit hinten ist im Ländervergleich. Im Vergleich hat Deutschland nur eine Downloadrate von ca. 5,2 MBit/s im Durchschnitt, vom Upload reden wir mal lieber nicht, da sieht es noch trauriger aus … wohin nur mit dieser neuen schönen Cloudwelt. Da wir viele Kunden im ländlichen Bereich haben, können wir uns schon ein Bild machen wie kümmerlich die Versorgungslage ist, wenn man nicht teuren Funk-DSL haben möchte.

Viele Kommunale Politiker erkennen einfach nicht die Notwendigkeit selber die Initiative zu ergreifen und ihre Bevölkerung mit DSL zu versorgen. Am besten mit zukunftsweisenden Glasfaserausbau in jede Wohnung. OK, das ist erst mal teuer aber ein Weg in die Zukunft und der ländliche Raum ist auch nicht abgeschnitten von IPTV in 3D und anderen tollen Techniken. Denn die Datenraten steigen immer weiter. Angefangen vom Beteriebssystemupdates, AV-Updates, Spiele werden größtenteils oft nur noch Online angeboten und sind mehrere GB groß, Clouddienste, für Firmen entfernte Backups von mehreren hundert GBytes und und.

Alleine im privaten Bereich müssen sich Familien, die klägliche DSL-Geschwindigkeit mit den angeschlossenen Geräten wie: Smartphones, Tablet-PC, Desktop-PC, HD-Ferseher über IPTV, Cloud und Telefonie (VoIP), teilen. Auch die jungen Landwirte, also die Nachfolger, möchten sich nach der Arbeit entspannen und nicht immer nur dumpfbackiges deutsches Fernsehen anschauen – ok Bauer sucht könnte eine Ausnahme sein.

Ein Weg wäre, wenn die Kommune das selber finanziert und dann an den Roaming-Gebühren, also Durchleitungsgebühren verdienen könnte. Ja das dauert bis sich die Kosten amortisiert haben, aber da die Kabel dann zig Jahrzehnte in der Erde liegen, sind diese Kosten für die Gemeinde wieder drin, wie gesagt das dauert aber. Bei Stromtrassen funktioniert das ja auch. Auch die Grundstückspreise profitieren davon. Es ist auch attraktiv für ausgewiesenes Bauland oder Gewerbegebiet und lockt Familien oder Unternehmen an, was wiederum Geld in die Gemeindekasse spülen könnte. Es würde dann, in ihrer Gemeinde, ein Bürgernetz entstehen, so zu sagen.

In diesen Fall sollte man nicht kurzfristig denken, sondern über ein langen Zeitraum hinweg. Es war schon immer so, eine gute Infrastruktur lockt nun mal. Auf die Telekommunikations-Firmen brauchen wir Bürger nicht zu hoffen, für die ist es alles unwirtschaftlich und wollen nur in Ballungsgebieten investieren, wobei die Logik meint, das die da mehr Geld verdienen. Wichtig ist aber für eine Gemeinde, gerade weil sie sich im sog. Speckgürtel befindet, es zu erkennen, das ihre Gemeinde dadurch attraktiver wird.
Selbst die Landwirte können, wenn sie es den wollen was neues entdecken und davon profitieren. Durch z.B. sagen wir es auf Neudeutsch: Direktmarketing, sich untereinander vernetzen etc. pp. . Vernetzen mit Logistik-Unternehmen, wegen der Ernte. Ach da würde es viele Möglichkeiten geben, wenn man des nun auch wollte, aber da scheitert es. Altes denken, verkrustetes eingeschleiftes Denkmuster – Neumodischer Kram, pah.

Dann gibt es aber Firmen, die den Gemeinden mit VDSL an zuckern wollen. Glasfaser wird bis zum Verteiler gelegt, dann geht es aber wie gehabt, mit Kupfer weiter. Gem. den Ohmschen-Gesetzt, ist auch hier dann ein Leistungsabfall zu erwarten und wichtig, es kann dann nur immer ein Anbieter den VDSL-Verteiler benutzen, so das wir als Verbraucher keine Wahlmöglichkeiten mehr haben. Das macht sich deutlich, wenn man als Betrieb einen anderen Anschlußtyp benötigt als ein privat Mensch, mit fester IP, höher Uploadrate oder gleich ein SDSL-Anschluss. Um eigene Dienste anbieten zu können oder Filialanbindung zu betreiben, je nach Datenvolumen. VDSL ist nur eine vorübergehende Linderung des Problems, denn später muss wieder Geld in die Hand genommen werden – ein echter Gewinn für unsere Sache.

Es gibt aber auch Statistiken, die sagen, das nicht mehr als 32MBit/s benutzt wird, im Schnitt. Hm, da ist aber noch nicht das neue Format nach HD mit drin. Das neue Format (4K oder UHD genannt) würde den bisherigen HD-Format an Daten verdoppeln. IPTV-Anbieter werden sehr bald dieses neue Format bereitstellen für ihre Kunden, wenn es denn die DSL-Leitung zu lässt. Also sollten sie sich ein 4K-Fernseher kaufen wollen, so testen sie erst ihre DSL-Leitung, sonst ist es so, sie kaufen sich ein Porsche und können nur Feldwege benutzen.

Dann gibt es noch Funk-DSL oder auch LTE (4G/5G) genannt. Das ist auf Grund von Volumen-Beschränkung, zB. 15GB/Monat, keine echte alternative. Auch hier sind die DL-Raten sehr schwankend. Hängt mit der Zahl der Benutzer zusammen, die gleichzeitig in der Funkzelle sind. Ist auch teuer.

Hier mal eine Auflistung was für Vorteile Glasfasertechnik hat.

  • Zukunftstechnologie mit enorm viel Potenzial bis weit in den Gigabit-Bereich,
  • schon heute ultraschnelle Datenübertragungsraten von mehr als 200 MBit/s,
  • weniger störanfällig im Gegensatz zu DSL oder VDSL,
  • kaum Leistungsabfall bei größeren Distanzen zum Verteiler (im Gegensatz zu DSL oder VDSL),
  • ideal für Tripelplay – also Telefon, Internet und IPTV geeignet,
  • beste Bildqualität bei IPTV dank hoher Übertragungsraten,
  • genug Leistungsreserven auch für anspruchsvolle Mehrpersonenhaushalte,
  • ideal für datenintensive Anwendungen wie: Online-Gaming, Cloud-Computing, Onlinevideotheken, TV in HDTV und 3D, Videokonferenzen, Onlinebackups oder einfach nur für große Down- bzw. Uploads,
  • nur moderate Mehrkosten gegenüber DSL oder VDSL,
  • genug theoretische Reserven für die Zukunft (mehrere tausend MBit/s),
  • praktisch die beste, momentan mögliche Internet-Zugangstechnik

Aber auch die Nachteile wollen wir Ihnen nicht verschweigen

  • noch sehr geringe Verfügbarkeit,
  • Ausbau geht recht langsam voran und kostet sehr viel Geld,
  • Hauseigentümer müssen sich ggf. an den Kosten für FTTH beteiligen,
  • spezieller Fiber-Router nötig (zumindest bei der Telekom)

Wie ist Ihre Meinung dazu, wie können sich Gemeinden in diese Richtung bewegen. Wo gibt es schon positive Erfahrungen oder auch negative. Hat Jemand vielleicht Kosten/Schätzungen, wo eine Gemeinde mit Glasfaser bis direkt in die Wohnung vernetzt wurde? Lassen Sie es uns wissen.

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